So entfernen Sie die Bitterkeit von Zwiebeln: 7 Methoden
- Ursachen für übermäßige Bitterkeit von Zwiebeln
- So entfernen Sie die Bitterkeit von Speisezwiebeln
- Mit kochendem Wasser
- Durch Braten
- Mit Hilfe von Salz
- Durch Anbraten
- So entfernen Sie die Bitterkeit von Frühlingszwiebeln
- So entfernen Sie die Bitterkeit von roten Zwiebeln
- Wie man Zwiebeln einlegt, um die Bitterkeit zu entfernen
- Mit Essig
- Ohne Essig
- Süße Zwiebelsorten
Zwiebeln heilen sieben Gebrechen – so haben unsere Urgroßväter dieses Gemüse charakterisiert. In früheren Zeiten stellten Volksheiler fest, dass es nicht nur schmackhaft ist, sondern auch eine Vielzahl von nützlichen Eigenschaften besitzt – von der Förderung der Verdauung und Verbesserung des Appetits bis zur Fähigkeit, Erkältungskrankheiten zu widerstehen, indem es Menschen vor Bakterien und Viren schützt.
Heute kann man sich eine Suppe oder einen Salat ohne Zwiebeln nicht vorstellen. Allerdings mögen nicht alle den scharfen Geschmack, und die Bitterkeit, die für manche wie ein traumhafter Genuss erscheint, können andere nicht ausstehen. Besonders wählerisch sind Kinder – mancher kleine Quälgeist wird den Teller jedes Mal wegziehen, wenn er den Zwiebelgeruch oder -geschmack wahrnimmt. Daher müssen Mütter und Großmütter nach Wegen suchen, die Zwiebeln von ihrer Bitterkeit zu befreien.
Ursachen für übermäßige Bitterkeit von Zwiebeln
Solange die Zwiebel nicht geschnitten ist, ist sie ein glänzendes, angenehm aussehendes Gemüse. Sobald man mit dem Messer ihre Struktur verletzt, breitet sich sofort ein stechender Geruch aus, der einem die Tränen in die Augen treibt. Auf diese Weise versucht die Pflanze, sich vor Beschädigungen zu schützen. Die Natur hat diesen Schutzmechanismus geschaffen, bei dem nicht nur gesunde Phytonzide für den Körper freigesetzt werden, sondern auch die Zellen der in der Zwiebel enthaltenen Sulfonsäure zerstört werden. Dies löst chemische Reaktionen aus, die ein Gas bilden, dessen Bestandteil Schwefelsäure ist, die die Schleimhaut der Augen reizt.
Die Bitterkeit der Zwiebel ist ebenfalls eine Art 'Protest' der Pflanze gegen das Zerschneiden, also die Zerstörung ihrer Zellen. Warum sind Zwiebeln manchmal sehr bitter, manchmal durchaus erträglich oder fast süß? Auf diese Frage gibt es mehrere Antworten.
- Erstens wird der Bitterkeitsgrad durch die Zwiebelsorte bestimmt. Es gibt sehr scharfe Sorten – sie werden als scharf bezeichnet, halbscharfe sowie süße – mit einem hohen Gehalt an natürlichem Zucker.
- Zweitens können selbst Zwiebeln derselben Sorte stark im Bitterkeitsgrad variieren – alles hängt von den Wachstumsbedingungen ab. Insbesondere spielt die Menge an Phosphatdünger, die ins Beet gegeben wird, eine große Rolle. Ein Mangel daran wirkt sich negativ auf den Geschmack des Gemüses aus, es beginnt stark zu bittern.
- Drittens muss die Pflanze reichlich gegossen werden. Durch Wassermangel steigt in den Zwiebeln die Konzentration aller Bestandteile, einschließlich derjenigen, die ihnen Bitterkeit verleihen, sowie der ätherischen Öle. Daher legen erfahrene Gärtner großen Wert auf das Gießen, insbesondere bei heißem, windigem Wetter.
- Und viertens: Der Erntezeitpunkt beeinflusst den Grad der Bitterkeit. Gegen Ende des Sommers, zur Reifezeit, erreicht die Konzentration der ätherischen Öle ihren Höhepunkt, weshalb Herbstzwiebeln, also späte Zwiebeln, bitterer sind als ihre sommerlichen Verwandten.
Es ist jedoch anzumerken, dass die bittereren Sorten – wie Zenturion, Pogarski, Herkules, Sturon – mehr Phytonzide enthalten, die erfolgreich gegen krankheitserregende Mikroben kämpfen, die sogar den Erreger der Tuberkulose – den Koch'schen Bazillus – bekämpfen können. Daher sind sie bei der Vorbeugung von saisonalen Erkältungen vorteilhafter. Diese Sorten sind auch besser lagerfähig: Mittelgroße Köpfe von scharfen und halbscharfen Zwiebeln können bis zu 10 Monate gelagert werden, ohne ihr Aussehen und ihre Verbrauchereigenschaften zu verlieren, während süße Sorten kaum 5 Monate durchhalten.
Daher ziehen sowohl Privatgärtner als auch landwirtschaftliche Betriebe überwiegend den Anbau scharfer Zwiebelsorten vor.
So entfernen Sie die Bitterkeit von Speisezwiebeln
Es gibt mehrere Methoden, die Bitterkeit aus Zwiebeln zu entfernen. Manche Hausfrauen haben sich darauf eingestellt, die Zwiebel in der Mikrowelle buchstäblich 10 Sekunden lang bei mittlerer Leistung zu erhitzen. Wichtig ist, sie nicht zu lange zu erhitzen, damit das Gemüse nicht weich wird, und sie vor dem Verzehr abkühlen zu lassen.

In manchen Familien beseitigt man die Zwiebelbitterkeit, indem man die geschälte Zwiebel in den Kühlschrank legt. Nach einigen Stunden schmeckt die Zwiebel milder und bleibt dabei saftig. Um den Vorgang zu beschleunigen, kann man sie auch in das Gefrierfach legen, aber nur für sehr kurze Zeit – buchstäblich 3–4 Minuten – damit sie nicht gefriert, sonst verschwindet nicht nur die Bitterkeit, sondern auch der Zwiebelgeschmack.
Die Bitterkeit verschwindet auch aus einer Zwiebel, die man in Viertel geschnitten und für einige Minuten in mit Essig oder Zitronensäure angesäuertes Wasser gelegt hat.
Wenn die Zwiebel für eine pürierte Suppe verwendet werden soll, braucht man sich keine Sorgen zu machen, die Bitterkeit vorher zu entfernen: Sie verschwindet während des Kochens von selbst.
Die traditionellsten Methoden zur Beseitigung der Bitterkeit sind das Blanchieren in heißem Wasser, das Braten und das Andünsten.
Mit kochendem Wasser
Um Zwiebeln nicht bitter zu machen, blanchieren Hausfrauen sie meistens – das heißt, sie übergießen sie mit kochendem Wasser. Diese Methode wurde bereits von Großmüttern angewendet, sie ist einfach, unkompliziert und erfordert keine zusätzlichen Zutaten.
Die einfachste Art des Blanchierens besteht darin, die geschnittenen Zwiebeln in einem Sieb direkt aus dem Wasserkocher mit kochendem Wasser zu übergießen. Nach dieser heißen Dusche sollte man auch eine kalte Dusche geben – das heißt, sie mit kaltem Wasser aus dem Hahn abspülen.
Es gibt jedoch auch eine korrektere Blanchiermethode. Man bringt Wasser in einem Topf zum Kochen, schaltet die Hitze aus und gibt die geschnittenen Zwiebeln in das kochende Wasser. Nach einer Minute gießt man das Wasser mit einem Sieb ab und kühlt die Zwiebeln schnell in einem Becken mit Eiswasser ab. Man sollte sie nicht länger im kochenden Wasser lassen, da das Gemüse außen etwas garen könnte.
Die so vorbereitete Zwiebel erhält einen milderen Geschmack, hört auf, bitter zu sein, und passt gut in einen Salat aus frischen Gurken, Tomaten und süßer Paprika.
Doch diese Methode zur Beseitigung der Bitterkeit hat einen wesentlichen Nachteil – das Gemüse wird nicht saftig knackig sein.
Damit die Zwiebel beim Entfernen der Bitterkeit mit kochendem Wasser nicht fad wird, verwenden manche Hausfrauen zusätzlich Essig: Sie geben die Zwiebelstücke sofort nach dem Abspülen mit kaltem Wasser in den Essig und lassen sie eine Viertelstunde darin. Nach dem Abgießen des Essigs wird das Gemüse verwendet.
Es gibt eine Methode, bei der sowohl kochendes Wasser als auch Essig kombiniert werden. Schneiden Sie die Zwiebel in Ringe. Lösen Sie in einem Topf in einem Glas Wasser 3 Teelöffel Zucker und einen halben Teelöffel Salz auf. Sobald das Wasser zu kochen beginnt, geben Sie 50 ml Essig hinzu, schalten Sie den Herd aus und geben Sie die Zwiebel hinein. Lassen Sie sie 5 Minuten im kochenden Wasser mit Essig ziehen, dann gießen Sie die Flüssigkeit durch ein Sieb ab und spülen Sie die Zwiebel mit kaltem Wasser ab.
Das auf diese Weise zubereitete Gemüse harmoniert am besten mit warmen und kalten Fischgerichten.
Durch Braten
Durch Frittieren kann man die Bitterkeit aus Zwiebeln entfernen, die als eigenständiger Snack verwendet werden sollen – zum Beispiel zu Bier. Für die Zubereitung schmackhafter Zwiebeln müssen Sie Frittieröl herstellen, indem Sie geschmolzene Butter zu gleichen Teilen mit Sonnenblumen- oder Olivenöl mischen.
Die Ölmischung muss in einer tiefen Pfanne erhitzt werden, da sie schäumt, wenn das Produkt hineingegeben wird. Schneiden Sie die Zwiebel vor dem Frittieren in nicht zu dünne Ringe oder Halbringe, die etwa 3 mm dick sein sollten. Sie können sie vor dem Frittieren kurz in trockenem Weißwein einlegen und dann in Mehl wenden. Das ist nicht zwingend erforderlich, aber dieser Snack wird viel schmackhafter und interessanter sein als einfach nur frittierte Zwiebeln. Legen Sie die Ringe vorsichtig, um sich nicht zu verbrennen, in das Frittieröl, nicht zu viele auf einmal, sie sollten frei im heißen Öl schwimmen. Damit der Vorgang gleichmäßig verläuft und das heiße Öl jeden Zentimeter der Zwiebel erreicht, muss das Gemüse umgerührt werden.
Frittieren Sie die Stücke goldbraun, dann legen Sie sie auf Küchenpapier, um überschüssiges Öl zu entfernen.
Mit Hilfe von Salz
Es gibt eine weitere einfache und kostengünstige Methode, um die Bitterkeit der Zwiebel loszuwerden. Hierbei hilft gewöhnliches Speisesalz. Nehmen Sie einen Esslöffel davon, lösen Sie ihn in einem Glas Wasser auf und übergießen Sie die zuvor in kleine Stücke oder Halbringe geschnittene Zwiebel mit der entstandenen Flüssigkeit. Je feiner das Gemüse geschnitten ist, desto schneller verschwindet die Bitterkeit. Bei fein gehackten Zwiebelstücken reichen 10 Minuten. Nach Ablauf der angegebenen Zeit spülen Sie die Zwiebel mit kaltem fließendem Wasser ab.
Durch Anbraten
Man kann die Zwiebel auch durch Andünsten mildern – das heißt durch Erhitzen in der Pfanne. Schneiden Sie die Zwiebel so, wie es das Gericht erfordert, in dem sie verwendet wird – in kleine Stücke, Halbringe oder Ringe – und geben Sie sie in eine Pfanne mit Pflanzenöl, wo Sie sie kurz erhitzen. Die Zwiebel sollte glasig werden, aber nicht bräunen. Dazu muss der Prozess unter häufigem Rühren erfolgen. Zwischen den Rührvorgängen sollte die Pfanne mit einem Deckel abgedeckt werden.
Eine so zubereitete Zwiebel entfaltet ihr Aroma und ihren Geschmack besonders gut in warmen Salaten mit Fleisch oder Pilzen.
So entfernen Sie die Bitterkeit von Frühlingszwiebeln
Grüne Federn sind wesentlich zarter als Speisezwiebeln, daher muss man viel behutsamer mit ihnen umgehen. Sie vertragen kein Überbrühen mit kochendem Wasser – sie würden sehr schnell garen, ihr Aroma verlieren, ihr Geschmack würde ganz anders werden, die Farbe würde leiden, und ein Großteil des in den grünen Federn enthaltenen Vitamin C würde zerstört werden. Daher sind andere Methoden erforderlich, um die Bitterkeit zu entfernen.

Wenn die Frühlingszwiebeln geschnitten sind, sollte man sie vorsichtig und leicht mit einem Kartoffelstampfer oder einem Nudelholz zerdrücken, oder, falls nicht vorhanden, einfach mit den Händen. Danach mit etwas zerlassener Butter beträufeln. Für die Zugabe zu einer Suppe, einem warmen Fleischsalat oder zu Kartoffeln, Fleisch oder Fisch sind die Frühlingszwiebeln in dieser Form geeignet. Für die Verwendung in einem Salat aus frischen Gurken und Tomaten ist es besser, die Federn mit warmem Wasser abzuspülen.
So entfernen Sie die Bitterkeit von roten Zwiebeln
Rote Zwiebeln sind selten bitter; wenn doch, liegt es meist an mangelnder Bewässerung oder fehlenden Phosphordüngern. Bei guter Anbautechnik enthalten rote Sorten normalerweise wenig ätherische Öle und viel Zucker, weshalb sie hauptsächlich für Salate angebaut werden. In einem warmen Gericht verliert dieses Gemüse schnell seine schöne Farbe und wird schmutzig-grau. Aus dem gleichen Grund darf man es nicht mit kochendem Wasser behandeln.
Falls die rote Zwiebel dennoch bitter erscheint, sollte man die Bitterkeit durch 10-minütiges Einweichen entweder in Salzwasser (ein Esslöffel Salz pro Glas Wasser) oder in Wasser mit Zitronensäure (ein halber Teelöffel pro Glas Wasser) entfernen.
Es ist auch möglich, die rote Zwiebel zu marinieren – ihre Farbe wird dadurch keinesfalls verlieren, sondern eher heller und interessanter werden, und das Fruchtfleisch selbst wird einen intensiveren Geschmack und eine angenehme Würze bekommen.
Wie man Zwiebeln einlegt, um die Bitterkeit zu entfernen
Das Marinieren entfernt die Bitterkeit gut aus den Zwiebeln, sie werden aromatischer, würziger und saftiger. Die Marinade kann sowohl mit als auch ohne Essig zubereitet werden.
Mit Essig
Für ein Glas Essig benötigt man je einen Teelöffel Zucker, Salz und Pflanzenöl. Die Zutaten verrühren, bis sich die trockenen Bestandteile aufgelöst haben, und die Zwiebeln für eine halbe Stunde in die entstandene Marinade geben. Der Essig sollte nicht zu stark konzentriert sein; sein Säuregehalt darf 3 % nicht überschreiten. Im Laden gekaufter 9%iger Essig muss im Verhältnis 1:3 mit Wasser verdünnt werden.
Die Zwiebeln sollten nach dem Herausnehmen aus der Marinade nicht abgewaschen werden. Sie können sofort in Salaten verwendet oder zum Garnieren von eingelegtem Hering oder anderen Vorspeisen genutzt werden.
Ohne Essig
- Als Marinade kann reiner Zitronensaft verwendet werden, der frisch aus der Frucht gepresst wurde. Wie viel man nimmt, richtet sich nach der Menge der Zwiebelstücke. Dem Saft kann man einen Teelöffel Zucker hinzufügen. In dieser Marinade die Zwiebelstücke eine halbe Stunde einweichen. Der Saft entfernt die Bitterkeit und Schärfe der Zwiebeln hervorragend, während er selbst genauso aromatisch und sauer bleibt wie zuvor, ohne eine Spur von Bitterkeit oder Zwiebelgeruch. Dieser Saft kann, nachdem die Zwiebeln entfernt wurden, bei Bedarf als Grundlage für ein Salatdressing verwendet werden.
- Legen Sie die geschnittene Zwiebel in eine Schüssel (am besten aus Glas oder Keramik), fügen Sie einen halben Teelöffel Salz und einen ganzen Teelöffel Zucker hinzu, geben Sie 10–12 Kristalle Zitronensäure und einen Esslöffel Zitronensaft dazu. Gießen Sie etwas abgekühltes, abgekochtes Wasser in die Schüssel, sodass die Zwiebel bedeckt ist. Rühren Sie um. Nach Belieben können Sie die Marinade pfeffern und Kräuter hinzufügen. Lassen Sie die Zwiebel 30–40 Minuten in dieser Lösung ziehen, dann gießen Sie die Flüssigkeit ab, spülen Sie das Gemüse mit kaltem Wasser ab und verwenden Sie es für den Salat.
- Um die Bitterkeit von Zwiebeln zu entfernen, die für die Zubereitung von Schaschlik vorgesehen sind, können Sie Kefir verwenden. Allerdings benötigt dies mehr Zeit als das Einlegen in Essig oder Zitronensäure, da die Wirkung von Kefir viel milder ist. Mischen Sie ein Glas Kefir in einer Schüssel mit einem halben kleinen Löffel Salz und Kräutern, geben Sie die in Ringe geschnittene Zwiebel hinzu und rühren Sie um. Lassen Sie die Zwiebel eine Stunde lang marinieren, und spülen Sie sie danach unter fließendem Wasser ab.
- Eine weitere einfache Methode zum Einlegen von Zwiebeln ist das Einweichen in Tomatensaft. Aber gekaufter Saft aus der Tüte ist nicht geeignet, da er viele unnatürliche Zusätze und Zucker enthält. Pressen Sie besser Saft aus Tomaten aus dem eigenen Garten; dafür können Sie die Tomate einfach durch einen Fleischwolf drehen, ohne die Kerne entfernen zu müssen. Schneiden Sie die Zwiebel in Ringe oder Halbringe (kleinere Stücke sind schwer aus dem Saft zu fischen). Gießen Sie ein Glas Saft in eine Schüssel, geben Sie einen Teelöffel Salz hinzu, pfeffern Sie und fügen Sie Gewürze hinzu. Geben Sie die Zwiebel in die Schüssel, vermischen Sie sie mit dem Saft und lassen Sie sie 40 Minuten marinieren. Wenn die Zeit abgelaufen ist, nehmen Sie das Gemüse mit einem Schaumlöffel heraus, spülen Sie es ab und verwenden Sie es im Salat oder als Beilage zu Fisch- oder Fleischgerichten.
Süße Zwiebelsorten
Süße Zwiebeln sind nicht süß im herkömmlichen Sinne. Im Grunde handelt es sich um normale Zwiebeln, die jedoch einen milderen Geschmack haben und ohne Herbheit, Bitterkeit und ausgeprägte Schärfe auskommen. Auch sie reizen die Augen und verursachen Tränen – aber nicht so stark wie ihre scharfen und halbscharfen Verwandten. Das liegt daran, dass süße Sorten weniger ätherische Öle enthalten, die Schärfe verleihen und Schwefel enthalten. Auch enthalten sie weniger Phytonzide, die beim Verzehr eine Schutzbarriere gegen Mikroben und Viren bilden. Beim Vitamingehalt stehen süße Zwiebeln den scharfen jedoch in nichts nach.

In der Liste der süßen Zwiebeln überwiegen Sorten mit weißer oder roter Farbe der äußeren Schale und des Fruchtfleisches. Die Form der Zwiebel ist meist länglich, oval.
Je mehr Zucker die Zwiebel enthält, desto weniger scharf und bitter ist sie. Daher eignet sie sich besser als andere Sorten für die Zubereitung von Salaten.
Schnittlauch
Als erstes im frühen Frühling erscheint der Schnittlauch – diese Art ist mehrjährig. Wenn man sich streng an die botanische Klassifizierung hält, handelt es sich eher um eine mehrjährige krautige Pflanze, die in der mittleren Zone Russlands bereits Anfang April und den ganzen Mai über mit ihrem jungen, frischen Grün erfreut – bis zu den ersten Ernten der echten Zwiebel. Das Volk gab ihm noch einige Namen, daher ist er am häufigsten als Schnittlauch, Buschlauch oder Sibirischer Lauch bekannt.
Buschlauch wird er genannt, weil er nicht in einzelnen Zwiebeln wächst, sondern in kleinen, recht dichten Kolonien. Man zieht ihn nicht ganz aus der Erde, sondern schneidet nur das Grün ab, daher der Name Schnittlauch – aus dem Deutschen übersetzt bedeutet dies etwa «geschnittener Lauch».
Sein Grün ist so fein und zart, dass man es am besten frisch und ohne Hitzebehandlung verwendet. Aber dafür sind die ersten Frühjahrssalate dank Schnittlauch mit den begehrten Vitaminen gefüllt, ohne die geringste Spur von Bitterkeit. Später wird dieser Lauch sehr dekorativ, indem er Dutzende von runden Blütenständen in Weiß oder Violett hervorbringt.
Obwohl dieser Lauch als mehrjährig gilt, ist es besser, seine Pflanzungen entweder jährlich oder alle zwei Jahre zu erneuern, indem man sie ausgräbt, in kleine Gruppen teilt und neu pflanzt – aufgrund der Enge in einem großen dichten Horst beginnen die Zwiebeln einander näher an die Erdoberfläche zu drücken und könnten in einem strengen Winter erfrieren.
Schalotte
Sobald die Schnittlauchzeit vorbei ist, ist sofort das frische Grün der Schalotte für den Tisch bereit. Diese Lauchart ist in der französischen Küche weit verbreitet, die für ihre Raffinesse bekannt ist, und wird gerade wegen des Fehlens von starkem Geruch und Bitterkeit geschätzt.
Im Volksmund wird die Schalotte auch Familien-, Nest- oder Vierzigzahnlauch genannt – weil aus einer Zwiebel eine ganze Familie herauswächst – bis zu 20–25, vielleicht sogar mehr Zwiebeln, jede davon gibt ein Büschel zarter Federn. Die durchschnittliche Größe einer Schalottenzwiebel beträgt 1 cm bis 3 cm im Durchmesser.
Im Gegensatz zum Schnittlauch ist dies eine einjährige Lauchart, die entweder im späten Herbst oder im frühen Frühling gepflanzt wird, sogar in noch kaum aufgetauten Boden. Sie verträgt Frost gut, schießt nicht und bringt recht schnell die erste Ernte.
Die Schalotte ist viel widerstandsfähiger gegen Hitzebehandlung als Schnittlauch, daher eignet sie sich nicht nur für Salate, sondern wird auch für erste und zweite Gänge verwendet.
Aber auch unter den Speisezwiebeln mit normaler Kopfgröße gibt es viele Sorten, die viel Zucker enthalten und daher keine zusätzliche Behandlung zur Entfernung der Bitterkeit benötigen.
In der Regel sind die Zwiebeln der süßen Sorten größer und fleischiger als die scharfen und halbscharfen, und sie reifen auch früher, obwohl es insgesamt unter ihnen sowohl Früh-, Mittel- als auch Spätsorten gibt.
Aus den Sorten mit roter Färbung zeichnen sich durch besondere Milde aus: Bagrowij Mjatsch, Retro, Kampillo, Grejtful und Tscherny Prinz, obwohl in den Gärten des durchschnittlichen Hobbygärtners Red Baron vorherrscht. Von den beliebtesten weißen sind Kometa, Globo und Spanischer 313 zu erwähnen.
Nicht jede süße Sorte kann in allen Breitengraden wachsen. So sehr die Gärtner im Moskauer Umland auch versucht haben, die aus dem Krim-Urlaub als Souvenir mitgebrachte Sorte Jaltaer zu kultivieren, ist dieser Versuch gescheitert – es gibt keine normale Ernte, und die in der Mittelzone angebauten Zwiebeln schmecken deutlich schlechter als die südlichen.
Doch insgesamt gibt es unter den süßen Sorten solche, die späte Frühjahrsfröste recht gut vertragen und recht anspruchslos sind.
- Komet – um genau zu sein, handelt es sich nicht um eine Sorte, sondern um einen Hybriden. Er gehört zu den universellen Salatzwiebeln. Das Aussehen ist ansprechend, und die Kultivierung ist einfach, da er an verschiedene Breitengrade angepasst wurde, sich in der Mittelzone des Landes normal entwickelt und resistent gegen Pilzkrankheiten wie Rosa Fäule und Fusarium ist. Die Zwiebel ist weiß, die Schuppen sind saftig und liegen fest aneinander. Die Ernte kann 3,5 bis 4 Monate nach dem Auflaufen erfolgen, doch Komet hält sich, wie alle süßen Sorten, nicht sehr lange – maximal ein halbes Jahr, daher sollte man die Zwiebeln vor den Neujahrsfeiertagen verzehren, damit sie nicht verderben. Man kann sie sowohl in Salaten verwenden als auch einer Wärmebehandlung unterziehen, also in beliebige Vorspeisen, Hauptgerichte und Beilagen geben.
- Ispanski 313 – diese spätreifende Sorte wird in vielen Regionen angebaut, von Südmoldawien bis zum Moskauer Umland. In nördlicheren Gebieten bringt sie im Freiland keine stabilen, reichen Erträge; dort kann man sie in Gewächshäusern kultivieren. Es ist ebenfalls eine weiße Sorte mit einer festen, saftigen Zwiebel, die jedoch etwas schärfer als Komet ist. Für kulinarische Zwecke verwendet man sie am besten frisch und nicht wärmebehandelt.
- Globo – eine weitere der besten weißen Zwiebelsorten, gehört zu den spätreifenden Sorten. Sie wird nicht nur wegen ihrer hohen Resistenz gegen die für dieses Gemüse typischen Pilzkrankheiten geschätzt, sondern auch wegen ihres saftigen Fruchtfleisches und des Fehlens des charakteristischen Zwiebelgeruchs. Außerdem lässt sich Globo gut lagern und zeichnet sich durch eine große Zwiebelgröße von bis zu 800 Gramm aus.
- Kampillo – eine rote Zwiebel mittlerer Reifezeit, geerntet wird sie Ende August. Sie stellt hohe Ansprüche an die Bodenfruchtbarkeit, Sonne und ausreichende Feuchtigkeit. Im süßen, zarten Geschmack ist eine kaum wahrnehmbare Schärfe vorhanden. Die Zwiebeln haben einen leicht violetten Schimmer. Der rote Farbstoff färbt jedoch nicht die Hände und hinterlässt keine Spuren auf dem Geschirr. Sie kann länger gelagert werden als gewöhnliche süße Sorten – bis zu 7–8 Monate.
- Red Baron – diese Zwiebel wird auf jedem zweiten Privatgrundstück angebaut. Sie hat sich bei Hobbygärtnern aufgrund ihrer Anspruchslosigkeit, hohen Ergiebigkeit und des kräftigen Geschmacks, der hervorragend zu Grillfleisch und Salat passt, großer Beliebtheit erfreut. Zudem ist sie praktisch in der Handhabung, da jede Zwiebel nicht sehr groß ist und auf einmal verwendet werden kann, ohne dass man überlegen muss, wohin mit dem Rest. Eine richtig getrocknete Ernte von Red Baron kann bis Anfang Februar gelagert werden, allerdings muss man sie regelmäßig durchgehen, um Exemplare, die für eine weitere Lagerung ungeeignet sind, zu entfernen.
- Candy ist eine hybride Sorte der gelben Süßzwiebel. Sie zeichnet sich nicht nur durch ihren süßen Geschmack aus, sondern ist auch sehr frühreif – sie reift weniger als drei Monate nach der Pflanzung und zweieinhalb Monate nach den ersten Keimen. Die Anbautechnik ist einfach, Candy erfordert keine besondere Aufmerksamkeit, da sie sehr anspruchslos ist. Die größten Erträge erzielen Gärtner in den südlichen Regionen, obwohl sie auch für den Anbau in der Mittelzone gut geeignet ist. Allerdings ist diese Zwiebel nicht lange lagerfähig – maximal ein halbes Jahr, und das ist wohl ihr einziger Nachteil. Candy hat sehr dünne, zarte äußere Schuppen, die sich leicht entfernen lassen, und innen ist die Zwiebel weiß und saftig. Diese Zwiebel eignet sich hervorragend sowohl als Salatvariante – also für den Frischverzehr – als auch als Bestandteil warmer Gerichte.
Nicht alle der aufgeführten Sorten eignen sich für Sibirien und die nördlich der Region Moskau gelegenen Gebiete – dort, wo die natürlichen Bedingungen die Möglichkeiten der Gärtner einschränken. Aber auch für sie gibt es Süßzwiebelsorten, die auch in einer nicht sehr günstigen Umgebung einen Ertrag liefern können.

- Sibirische Einjährige – der Name dieser Sorte spricht für sich; sie ist für Sibirien zugelassen und daher winterhart, das heißt, sie kann sowohl Frühlingsfröste als auch Kälte am Ende des Sommers überstehen. Allerdings reift sie in der Regel vor dem Einsetzen von Kälte und Regen, da sie eine frühreife Sorte ist. Sie zeichnet sich durch gute Lagerfähigkeit aus und kann bis April gelagert werden. Man kann nicht sagen, dass die Sibirische Einjährige eine absolut süße Sorte ist, im Geschmack ist doch eine leichte Schärfe vorhanden.
- Bessonowski – eine Sorte, die nicht nur den Sibiriern, sondern auch den Datscha-Besitzern bei Moskau seit langem bekannt ist. Sie hat kleinere Zwiebeln mit gelben äußeren Schuppen, die süß und gleichzeitig pikant, leicht scharf schmecken – eine ausgeprägte Bitterkeit ist nicht vorhanden. Man kann sie etwa 9 Monate lagern.
- Strigunowski – eine der ältesten russischen Sorten. Vielleicht erscheint sie den Südländern oder den Bewohnern der Mittelzone etwas scharf, aber für die Bedingungen Sibiriens kann sie als praktisch süß angesehen werden. Die Zwiebel ist außen gelb, die äußeren Schuppen sind fest, innen ist das Fruchtfleisch weiß, fest und saftarm. Die Sorte ist recht trockenheitsresistent. Strigunowski reift schnell und ist nicht länger als 6 Monate lagerfähig.
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